4 Blätter · Historische Romane

Rezension – Das Lied der Hugenotten

Band 1: Das Lied der Hugenotten

Das Lied der Hugenotten


Autorin:
Deana Zinßmeister
Originaltitel: Das Lied der Hugenotten
Seitenzahl: 547
Verlag: Goldmann
Genre: Historischer Roman
Preis: 9,99€

 

 

Erster Satz

„Sie wusste, dass es mitten in der Nacht war, denn kein Sonnenstrahl fiel durch die Spalten der Fensterläden.“

Inhalt
Paris 1572 zur Zeit der schrecklichen Bartholomäusnacht, in der die Hugenotten nur so von den Katholiken abgeschlachtet werden.
In dieser Nacht muss Pierre miterleben, wie seine ganze Welt auf den Kopf gestellt wird und zusammenbricht. Sein Vater flüchtet mit ihm und seiner kleinen Schwester aus der Stadt in ein kleines Dorf. Um dort in Frieden leben zu können, hält sein Vater seine wahre Glaubensrichtung geheim und erzieht Pierre und seine Tochter streng katholisch. Pierre soll in die Fußstapfen des Vaters treten und ebenfalls Glasbläser werden, doch das ist eigentlich genau das, was Pierre nicht will. Als er dann durch Zufall von dem Geheimnis erfährt, das sein Vater jahrelang gehütet hat, beschließt Pierre fortzugehen. Doch dies nicht ohne Folgen.
Oliver ist gerade fünf Jahre alt, als seine Mutter stirbt. Als Waisen kommen er und seine wenige Wochen alte Schwester zu ihrer Tante. Dort werden sie alles andere als freundlich aufgenommen. Nur das Geld, welches die Mutter den Kindern vermacht hat, besänftigt die Verwandten. Während seine Schwester wie das eigene Kind behandelt wird, muss Oliver arbeiten und lebt ein klägliches Dasein. Doch dann kommt ihm sein Talent zu Nutzen und es scheint, als würde er dem Elend entkommen.

Schreib-Stil
Der Schreibstil ist super. Er lässt sich flüssig lesen und man kann nichts an ihm aussetzen. Er hat mir wirklich gut gefallen und ich konnte mir die Szenen sehr bildlich vorstellen.

Charaktere
Pierre: Pierre ist der Sohn eines Glasmachers. Sein Vater sieht in ihm seinen Erben, aber eigentlich möchte Pierre nicht in die Fußstapfen des Vaters treten. Pierre ist sehr führsorglich und kümmert sich gut und manchmal ein wenig überbehütend um seine Schwester. Am liebsten würde er reisen und die Welt entdecken.
Er hat mir als Charakter wirklich gut gefallen und war sehr sympathisch.

Oliver: Oliver kam mit fünf zu seiner Tante und zu seinem Onkel, zusammen mit seiner Schwester. Wohl oder Übel, wobei er eher das Übel war, nahmen die Verwandten ihn auf, obwohl sie zunächst nur seine Schwester nehmen wollten. Nun fristet Oliver ein klägliches Dasein, er muss von seinem Onkel stets Prügel einstecken und wird ausgenutzt. Trotz des schlechten Einflusses des Onkels bewahrt (hat) er sich seinen tollen, liebenswerten und hilfsbereiten Charakter und ist die gute Seele in Person.

Cover und Titel
Das Cover hat mich sofort angesprochen, da es einfach wunderschön ist. Ebenso der Titel, der mich richtig neugierig gemacht hat. Der Titel bezieht sich hervorragend auf den Inhalt, denn: Es ist das traurige Lied das bleibt und das damalige Schicksal der Hugenotten beklagt. Im Roman wird dieses Schicksal anhand der individuellen Lebenswege der Protagonisten deutlich und lebendig.

Fazit
Durch das Cover und den Titel bin ich sofort auf das Buch aufmerksam geworden, denn es hat meine Neugier geweckt. Ich liebe historische Romane, wenn auch bevorzugt solche, die in England spielen. Diesmal interessierte mich zur Abwechslung ein anderes Land und der Klappentext hat sich wirklich vielversprechend angehört.
Da ich nicht viel über Frankreich, beziehungsweise Paris und seine Geschichte weiß, wollte ich in diese eintauchen und das ist mir auch gelungen. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang ahnungslos war, was es mit der Bartholomäusnacht auf sich hatte. Als ich dann zu lesen und zu begreifen begann, war ich einfach nur sprachlos. Das Schicksal, das viele Hugenotten erlitten haben, ist mir sehr nahe gegangen und manchmal konnte ich einfach nur den Kopf schütteln – und ich habe mich gefragt, wozu Menschen nur alles in der Lage sind. Die Bartholomäusnacht ist ja kein Einzelfall, denn selbst heute werden noch Menschen aufgrund ihres Glaubens verfolgt und getötet.
Auch wenn dem Roman eine erschreckende Nacht zugrunde liegt, hatte er dennoch erfreuliche Teile. Er zeigt ebenso, wie Menschen, denen großes Leid wiederfahren ist, stark geblieben sind und ihren Weg fortgesetzt haben. Ebenso, dass nicht jeder der breiten Masse hinterherspringt und selbst noch denken und gewisse Sachen hinterfragen kann.
Deana Zinßmeister hat es geschafft, dass ich mich in das Frankreich des 16. Jahrhunderts zurückversetzt gefühlt habe. Auch die Umstände, dass sie Schicksale in den Roman eingebettet hat, die wirklich so geschehen sind, haben mir sehr gut gefallen.
Alles in allem ist „Das Lied der Hugenotten“ ein wirklich toller historischer Roman, der mir sehr viel Freude beim Lesen bereitet hat.

Würden wir dort gerne leben?
Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich zu dieser Zeit nicht in Frankreich, vor allem in Paris, hätte leben wollen. Aber wer hätte das schon?  Es ist wirklich grausam wie viele Hugenotten ums Leben gekommen sind.

4 Blätter

Quelle Zitate – Autorin: Deana Zinßmeister. Titel: Das Lied der Hugenotten. Verlag: Goldmann.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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2 Kommentare zu „Rezension – Das Lied der Hugenotten

    1. Danke dir! 😊
      Hm also wenn dich Geschichte interessiert dann kann ich dir das Buch absolut empfehlen auch um einen kleine Einblick in die damalige Zeit zu bekommen😄 „Das Lied der Hugenotten“ hat mir wirklich gut gefallen vorallem die Thematik, aber ich glaube die Liebe zu historischen Romanen hätte das Buch bei mir nicht auslösen können😄 das hat aber Rebecca Gablé mit ihrer Waringham Saga geschafft, eine absolut tolle Reihe die ich dir nur empfehlen kann 😊 ansonsten könnte ich dir noch „Grave Mercy – Die Novizin des Todes“ empfehlen (dazu findest du eine Rezi auf unserem Blog) das ist eher Fantasy, spielt aber trotzdem in einer mittelalterlichen Zeit 😊 falls du mal in das Genre ein wenig reinschnuppern möchtest 🙂 und du bei „Das Lied der Hugenotten“ noch ein wenig unentschlossen bist 🙂

      Liebe Grüße
      Kim 🙂

      Gefällt 1 Person

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